Kleine Bienenkunde


Die Bienen

Die Honigbienen der Imkerinnen und Imker tragen entscheidend zum ökologischen Gleichgewicht bei. Viele Milliarden Bienen sind in der Vegetationszeit jeden Tag tätig und sorgen für blühende Wiesen und Felder und sichern eine reiche und vielseitige Ernte.

Damit kommt der Honigbiene auch ein maßgeblicher Anteil an der Erhaltung der Artenvielfalt zu, denn viele Lebewesen profitieren direkt oder indirekt von der regen Bestäubungsaktivität der kleinen Insekten.

Viele verschiedene Aufgaben hat eine Arbeitsbiene in ihrem kurzem Leben zu erfüllen. Im komplexen Bienenstaat muß sie sich "hochdienen": von Putzfrau und Amme über Baumeister und Koch, Müllwerker, Wachsoldat und Klimaanlage, bis sie schließlich zur Sammlerin von Blütenstaub und Nektar wird. Der Nektar wird im Bienenstock zu Honig weiterverarbeitet.

Für 100g Honig sind rund eine Million Blütenbesuche erforderlich. Die Biene sammelt bei jedem Ausflug bis zu 1/3 ihres eigenen Körpergewichts an Nektar.

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Die Bienen im Spätsommer und Herbst

Die Tage werden kürzer. Das merken die Bienen sehr deutlich. Obwohl wir im September und Oktober oft noch recht freundliche und sonnige Tage erleben, haben es die Bienen längst wahrgenommen, dass die tägliche Lichteinstrahlung und auch die Intensität der Sonnenstrahlung beständig abnehmen und dass die "kalte Jahreszeit" sich nähert.

Es gibt jetzt auch weit weniger Blüten zu befliegen, um Bienenhonig und Blütenpollen zu sammeln. Die Bienenstöcke sind nun reichlich gefüllt mit dem erforderlichen Wintervorrat, um eventuell auch einen harten, langen Winter zu überstehen. Im Laufe des Jahres haben die Bienen reichlich Propolis (Bienen-Kittharz) von den Blütenknospen gesammelt. Dieses stark Bakterien hemmende Bienenprodukt ist nun im ganzen Bienenstock verteilt und hilft den auf engem Raum zusammen lebenden Bienen sich vor krank machenden Bakterien zu schützen.

Eine ähnliche Wirkung dieses seit Jahrhunderten verwendeten Hausmittels hat Propolis auf den menschlichen Organismus.

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Die Winterruhe der Bienen

In der kalten Jahreszeit halten die Bienen ihre Winterruhe. Die Bienen sitzen dann kugelförmig eng aneinandergerückt in ihrem Stock. Sie verfallen nicht in einen tiefen Schlaf, aber jede unnötige Bewegung wird vermieden, um das kugelförmige Gebilde nicht in Unordnung zu bringen. Die Bienen wärmen sich gegenseitig. Dadurch wird auch bei frostigen Außentemperaturen im Bienenvolk immer noch eine angenehme Temperatur erreicht.

In einem Bienenvolk leben im Sommer etwa 60.000 (sechzigtausend) Bienen. Im Winter reduziert sich die Anzahl auf oft nur noch 30.000, denn wie bei allen Insekten lässt mit dem Beginn der kalten Jahreszeit die Brutpflege stark nach. Die Bienen stellen an sehr kalten und frostigen Tagen den Flug komplett ein.

In dieser kalten Jahreszeit schätzen die Menschen den als Überfluss von den Bienen im Sommer eingetragenen Bienenhonig ganz besonders. Denn seit altersher ist Bienenhonig als Hausmittel mit gesunderhaltender Wirkung bekannt.

Aber auch das von den Bienen erzeugte reine Bienenwachs findet in der Kerzengießerei einen großen Liebhaberkreis gerade um die Weihnachtszeit.


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Warum schwärmen Bienen?

Im Frühsommer erreichen die Bienenvölker ihre optimale Volksstärke. In einem Volk leben dann bis zu 60.000 Arbeitsbienen sowie 2000 bis 3000 Drohnen (männliche Bienen) und eine Königin. Zwecks Artenerhaltung und Vermehrung kommt es in guten Jahren dabei gelegentlich zur Schwarmbildung und damit zur Bildung eines zusätzlichen Bienenvolkes.

Dieser Vorgang läuft folgendermaßen ab: Die älteren und auch schon sehr flugerfahrenen Bienen verlassen mit der Bienenkönigin den Bienenstock. Sie sammeln sich außerhalb der bisherigen Bienenwohnung im Freien und lassen sich dabei gerne an einem Zweig von einem Baum oder einer Hecke nieder. Sie halten sich aneinander fest und bilden dort eine etwa Fußball große Traube. Von dort suchen sie dann nach einigen Stunden ganz gezielt nach einer geeigneten Wohnung. Dabei nehmen sie gerne auch hohle Bäume im Wald an, um dort ihren Wabenbau wettergeschützt zu errichten. Wenn der Imker einen leeren Bienenkasten neben den Sammelplatz des Schwarmes im Freien stellt, wird auch diese Wohnung in den meisten Fällen gerne angenommen.

Das Volk, aus dem der Schwarm ausgezogen ist, besteht nun überwiegend aus Jungbienen und ist nur noch etwa halb so stark. Ja und die Königin ist auch noch mit weggeflogen! Aber die alte Königin hat vor dem Wegfliegen (Schwärmen) noch durch entsprechende Eiablage für Königinnennachwuchs gesorgt. Schon bald wird in dem zurückgebliebenen Volk eine junge Königin reichlich Eier legen und zwei starke Völker werden sich im Laufe des Jahres entwickeln.


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